Aktueller Antrag der FDP - Rüthen

26. Mai 2020

Konzeptionelle Planung zum Rüthener Wald

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Weiken,

 

die verheerende Situation des Rüthener Waldes wurde vielfach dargestellt und diskutiert – zuletzt in Form eines Waldbegangs Anfang des Jahres unter der Leitung des Försters Andreas Göbel, der die komplexe Problemlage eindrucksvoll und nachvollziehbar erläutert hat.

 

Darüber hinaus sind zwischenzeitlich einige Anträge an den Rat gestellt worden, die dazu beitragen sollen, die missliche Gesamtlage zu verbessern – im Wesentlichen teilen wir dabei die Anliegen der Antragsteller.

 

Falls diese Anträge, oder ein Teil dessen, in der nächsten Zeit beschlossen werden, hätte dies zur Folge, dass verschiedenste Maßnahmen durchgeführt würden. Diese reichen dann von Spendenaktionen für den Rüthener Wald, über Wiederaufforstungen und Pflanzaktionen wie beispielsweise „plant my tree“ bis hin zu der Projektierung von Windrädern.

 

Ohne ein gesamtheitliches Waldkonzept laufen wir Gefahr, dass wir uns am Ende geradezu in der Vielfalt der Maßnahmen verstricken, die Übersicht verlieren und möglicherweise falsche Akzente setzen. Flickschusterei muss unter allen Umständen vermieden werden. Hier ist auch zu bedenken, dass die einzelnen Maßnahmen teils mit hohen Investitionen einhergehen.

 

Wir beantragen deshalb, dass die Stadtverwaltung Rüthen ggf. in Zusammenarbeit mit Experten (hiesige Förster, Landesregierung und Landesverbände, Beratungsbüros etc.) eine konzeptionelle Planung erstellt, die die realistischen Nutzungsmöglichkeiten des Rüthener Waldes - gepaart mit den entsprechenden Risiken - vor dem Hintergrund der veränderten klimatischen Veränderungen, darstellt.

 

Aus unserer Sicht sind dabei in einem ersten Schritt zumindest folgende Planungsaspekte zu berücksichtigen:

  • Eine kartografische Darstellung der Rüthener Waldflächen insgesamt
  • Eine kartografische Darstellung der Rüthener Waldflächen, die von Dürre und Borkenkäferplage betroffen sind und somit Hauptgegenstand des Waldkonzeptes sein sollten
  • Beschreibung der potenziellen Nutzungsmöglichkeiten der ehemals bewaldeten Flächen, z. B. touristische Nutzung, wirtschaftliche Nutzung im Sinne eines Wirtschaftswaldes, wirtschaftliche Nutzung im Sinne der Gewinnung von Windenergie, gezielte natürliche Verjüngung  sowie grundsätzliche Betrachtungen des Waldes als Ökosystem und CO2-Speicher etc.
  • Kostenabschätzungen für die jeweiligen Nutzungsarten
  • Zeitabschätzungen für Umsetzung und Nutzung (gerade im Hinblick auf Neuanpflanzungen)
  • Risikobetrachtung auch hinsichtlich der Investitionskosten

 

Uns ist bewusst, dass eine Planung, aufgrund der vielen Fragezeichen – gerade auch zur weiteren Klimaentwicklung – sehr anspruchsvoll ist und sehr sicher immer wieder neu angepasst werden muss. Wenn wir aber Maßnahmen auf den Weg bringen sollten, die auch die Wiederaufforstung vorsehen, muss auch eine Gesamtplanung erstellt werden. Ein derartiges Waldkonzept ist alternativlos.

 

Wir möchten deshalb nachdrücklich die Kooperation mit entsprechenden Experten empfehlen, auch wenn hier ggf. Beratungskosten anfallen und in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass wir in der Vergangenheit für wesentlich kleinere Geschäftsbereiche - die Rede ist hier vom Geschäftsbereich Gas - erhebliche finanzielle Aufwände generiert haben, die man am Ende wohl als lohnenswert bezeichnen kann.

 

Abschließend weisen wir darauf hin, dass der Umgang mit unserem Wald auch mit einer hohen Verantwortung gegenüber der Rüthener Bevölkerung und insbesondere den nachfolgenden Generationen einhergeht. Schon deshalb ist eine konzeptionelle und für alle Rüthener Bürgerinnen und Bürger transparente Gesamtplanung grundlegend und zwar bevor mit der Realisierung erster Maßnahmen begonnen wird.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Wolfgang Henze

Fraktionsvorsitzender

 

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